Melbourne

04.10.16- 07.10.16

Nachdem es in Adelaide keine Möglichkeit gab mir ein Auto zu besorgen bin ich der Einladung einer Freundin vom Anfang der Reise gefolgt und habe mich in den Nachtbus nach Melbourne gesetzt.

Ans Schlafen war nicht zu denken da der Inder neben mir bereits nach 5 Minuten so am Schnarchen war.

Nach ca. 800 km und 11 Stunden Fahrt bin ich morgens um 7 dort angekommen, netterweise ist sie früh aufgestanden und hat mich an der Bus Station eingesammelt.  Gut für mich dass ich bei dem Regen und Wind nicht noch Bahn fahren muss.  

 

Später ging es in die Stadt und ich habe erstmal eine kleine Führung bekommen. Obwohl ich schon mehrfach gehört hatte dass Melbourne so viel schöner als Sydney sein soll, hat mich die Stadt nicht wirklich begeistern können.  Typisch Grossstadt halt. Die Leute sind in Eile, überall wird gehupt. 

Trotz allem habe ich ein paar nette Tage dort verbracht, bin kreuz und quer durch die Stadt gelaufen und habe mich Abends mit anderen Backpacker getroffen die einen Aufruf bei Facebook gestartet hatten. Das klappt hier echt erstaunlich gut, hätte ich nie gedacht. 

Zusätzlich gibt es noch eine App namens "Jodel" die ich bereits in Sydney genutzt habe um andere Leute kennenzulernen.

An einem Abend zum Beispiel ging es in eine Skybar namens "Naked for Satan". Nach anfänglicher Sorge bei diesem seltsamen Namen hat die Bar sich als wirklich coole Bar und Restaurant herausgestellt. Die Deko war jedoch etwas gewöhnungsbedürftig.

 

Blöderweise hat die Packung Couscous den Transport im Bus nicht überstanden und sich in meinem ganzen Rucksack verteilt.

Mittlerweile spielte auch das Wetter mit und wir konnten noch einen schönen Tag am Strand verbringen, ein bisschen Farbe bekommen bevor es weiterging.


Zu den Fotos;  die Bäume hier hängen voll mit Flughunden die einen tierischen Lärm machen. 

Great Ocean Road

07.10.16- 10.10.16

 

Von Melbourne aus fahren wir an der Küste entlang Richtung Westen. Der Plan ist die Great Ocean Road zu fahren, eine der schönste Strassen der Welt. Und nach dem was ich bisher davon gesehen habe, kann ich das voll und ganz bestätigen. 

 

Einer der ersten Stops ist Geelong, wo etwa 100 bemalte Hafenpoller zu sehen sein sollten.  Es ist ein nettes kleines Dorf, ein guter Anfang für die Reise.

Als nächstes halten wir an Leuchttürmen, Wasserfällen und allen möglichen Aussichtspunkten wo man wirklich eine super tolle Aussicht hat. Ausserdem am berühmten  Great Ocean Road Schild.

Ich habe direkt am Anfang klargestellt dass ich die komplette Great Ocean Road am Steuer sitzen werde, ich will diese wunderschöne Strecke selbst gefahren sein. Wiederworte werden nicht geduldet :P

 

Die ersten Nächte verbringen wir an Rastplätzen mitten im Urwald, einige Kilometer von der Küste entfernt. Mir gefällt es hier richtig richtig gut. Ich geniesse die Ruhe und die Einsamkeit, gefühlt so weit weg von der nächstes Stadt. Da stört es mich auch nicht dass das Wasser zum Waschen aus einer überdimensionierten Regentonne kommt und eiskalt ist.  Am nächsten Tag gibt es sogar eine Spülung an der Toilette, ein echter Luxus wie wir feststellen müssen :)

Wir bauen den Gaskocher auf dem Picknick Tisch auf und während Daniela kocht suche ich Feuerholz zusammen um ein Lagerfeuer zu machen. Später setzen wir uns mit unseren Campingstühlen davor und geniessen ein, zwei, drei Gläser Wein. 

Als das Feuerholz langsam zur Neige geht will ich Nachschub sammeln und steige mit meiner Stirnlampe ins Gebüsch.  Bei dem ersten Stück was ich anhebe beisst mich plötzlich etwas in die Hand. Ich konnte nicht recht erkennen was es war aber es brennt tierisch und die hand pocht total. Ein bisschen Gedanken mache ich mir da schon, immerhin ist das nächste Krankenhaus zig Kilometer weit weg, Handyempfang habe ich auch nicht immer und wie ich mir so oft anhören durfte, will mich ja einfach alles in Australien umbringen.

 

Am nächsten Tag kommen wir am Cafe Koala vorbei, laut Wikicamps ein guter Platz um Koalas in freier Wildbahn zu sehen. 

Das erste was wir jedoch sehen sind Vögel ohne ende. Kakadus, Aras und eine Ente.  Die Leute in der nähe erklären uns wir sollen einfach die Arme ausbreiten und warten. Ein bisschen Futter teilen Sie mit uns.

Sofort setzen sich die Aras auf meine Arme und meinen Kopf. Es ist richtig cool und mega lustig.

Kaum überraschend ist dass wir auch dort wieder auf eine Deutsche Backpackerin (aus Dortmund) treffen die uns erklärt wo wir die Koalas finden könnten. Wir folgen also dem Wanderweg und halten in den Bäumen Ausschau und keine 10 Minuten vergehen als wir die ersten Koalas in den Bäumen sehen. 

Kurz danach finden sogar welche die keinen Meter über unseren Köpfen sitzen und fressen.  Einfach eine richtig tolle Erfahrung. 

 

Es geht weiter zu einsamen Stränden und tollen Lockouts entlang der Strasse. 

Ich sehe Schiffswracks und wirklich nette kleine Städte mit wundervollen Stränden. 

Als wir an den berühmten Zwölf Aposteln ankommen, würde ich am liebsten weiterfahren.   Dort parken Busse ohne ende, es gibt einen Riesenparkplatz und es wimmelt von Touristen. Das gefällt mir überhaupt nicht.

Trotzdem, das obligatorische Touri Foto muss schon sein.  Es geht weiter an unzähligen Stränden und Aussichtspunkten vorbei. 

Am meisten liebe ich die Kilometer langen einsamen Strände, kein Mensch weit und breit oder die Lookouts an denen nicht ein Auto parkt und man diese tolle Aussicht komplett ungestört genießen kann ;) 


Den Abend verbringen wir mal wieder auf einem Campingplatz um nach einigen Tagen Katzenwäsche mal wieder heiss zu duschen, meine Wäsche zu waschen und nicht ganz unwichtig; eine Rasur ist auch mal wieder nötig. Mit dem Langen Bart und den zersausten Haaren durch den Sturm erkennt mich ja keiner wieder :p.  Die einzigen anderen Gäste sind zwei Deutsche die in einem Campervan unterwegs sind.  Beim Kochen lernen wir uns besser kennen, essen zusammen und sitzen noch stundenlang bei ein paar Gläsern Wein zusammen. Ein wirklich netter Abend ;)

Heute dann haben wir Warrnambool erreicht und einen Wildlifepark besichtigt. Bereits am Parkplatz saß der erste Koala im Baum. Leider war es viel zu stürmisch um eine der Wanderungen zu machen.  Trotz allem sehen wir bei der weiterfahrt mehr Koalas und Kängurus direkt neben der Strasse sitzen.

 

Als es auf den Abend zugeht haben wir uns auf den Weg ins Landesinnere gemacht. Daniela hatte mit einem Typ über Facebook Kontakt der uns zu sich eingeladen hat. nur 30 km entfernt.

Er arbeitet auf einer Farm und hat ein riesen Haus für sich alleine, ist gelangweilt und hat in einer Work and Travel Gruppe einen Aufruf gestartet dass Leute auf ein Bier vorbeikommen sollen.

Ausser uns sind noch drei andere Backpacker dem Aufruf gefolgt und schlafen bei ihm in diesem riesigen aber verlassenen Haus. Wir haben gerade gekocht und sitzen nun noch bei einem Glas Wein ( mal wieder, ich weiss)  zusammen,  im Kamin brennt ein Feuer und wir haben viel Spass. Wirklich mal eine nette Abwechslung und es ist immer schön Kontakt zu anderen reisenden zu bekommen.

 


Schon eine etwas merkwürdige Situation an diesem Morgen. Zumindest wenn man es aus Deutschland nicht kennt:  unser Gastgeber ist zur Arbeit gefahren und die anderen drei haben sich gerade verabschiedet. 

Jetzt sitzen wir komplett alleine in diesem riesigen Haus mitten im nirgendwo und keiner macht sich Gedanken dass wir was klauen könnten o.ä.   Diese Gastfreundschaft und das Vertrauen gefällt mir richtig gut. 

11.10.16


Die Great Ocean Road ist abgefahren. 

12.10.16- 16.10.16

Nachdem wir die Great Ocean Road abgefahren haben, weiter als das offiziell ende, haben wir uns dazu entschlossen ca. 150 km ins Landesinnere zu fahren um ein paar Tage im Grampians Nationalpark zu verbringen.
Die Strassen sind nicht wirklich gut ausgebaut, meist einfache Schotterpisten und links und rechts der Strasse sieht man nur vertrockneten und/oder verbrannten Wald, und das für viele viele Kilometer. Vor einigen Jahren ist die Gegend von nem grossen Buschbrand heimgesucht worden und das sieht man noch heute an jeder Ecke. Dementsprechend langweilig ist die Fahrt, wenn wir nicht gerade die Musik laut aufdrehen und Mitsingen :)
Die Wanderungen die wir dort gemacht haben waren wirklich geil. Teilweise gab es gar keinen festen Weg sondern ich musste über die Felsen nach oben klettern. Das macht schon ziemlich Bock! 
Geschlafen haben wir wieder auf kostenlosen Campingplätzen, immer eta 10-15 km vom nächsten kleinen Dorf entfernt. Die angegebene Dusche bestand aus einem Eimer den man mit Wasser füllen und sich über den Kopf schütten konnte, also echt kein Luxus. Aber auch dort hüpfen die Kängurus an dir vorbei während du in der Sonne liegst, echt cool.  Einzig dass ich mich seit tagen nur mit kaltem Regenwasser waschen kann stört etwas.
Ein paar Videos von den wirklich tollen Aussichten bei den Wanderungen habe ich auch schon hochgeladen. Lustigerweise trifft man auch dort oben wieder auf Deutsche mit denen man natürlich ziemlich schnell ins Gespräch kommt.
In Deutschland würde es solche Wanderstrecken niemals geben. Ein falscher Schritt auf der Kante des Aussichtspunktes und das war´s. Kein Geländer, nichts. Aber mir gefällts super so. 
Als die wenigen sonnigen Tage wieder vorbei waren und es laut Wetterbericht regnen sollte, haben wir uns dazu entschlossen das Wetter zu nutzen und Kilometer zu machen. Wir sind am Stück knapp 350 km Richtung Adelaide gefahren und schlafen heute nun auf nem Campingplatz kurz vor der Stadt.
Die Aussicht ist der Hammer, ich stehe am Auto und keine 20 meter entfernt ist das Meer.
Auch die Waschräume und Aufenthaltsräume können sich sehen lassen. Die sind weit besser als in jedem Hostel wo ich bisher war.
Leider regnet es auch gerade wieder aber so kann ich die Zeit, und vor allem das kostenlose WLAN, wenigstens nutzen um mal wieder was zu schreiben, die Fotos und Videos hochzuladen.


17.10.16- 18.10.16

Jetzt sind zwei Tage in Adelaide auch schon wieder rum.  Abends konnten wir noch schön eine Runde Tischtennis spielen oder Flipper. 
Gestern Abend sind drei andere Backpacker auf dem Platz angekommen und wie könnte es anders sein in Australien, es sind drei Deutsche Mädels. 
Wir haben zusammen gegessen und echt einen lustigen Abend gehabt. Und ich konnte mir endlich zeigen lassen wie das mit dem Zelt auf dem Autodach funktioniert , dass hier viele Backpacker Autos haben.  Jetzt steht fest dass ich lieber im Auto schlafe als oben drauf. 
Nach nem gemütlichen Frühstück zu fünft sind wir heute ein wenig durch die Gegend gefahren um uns einen schönen Markt anzuschauen wo man alles mögliche kaufen kann. Neben Obst und Gemüse auch Fisch und Fleisch aber auch Uhren, Radios oder Spielzeug.
Außerdem brauchten wir einen Campingladen um Fliegengitter für die Autotüren zu kaufen. An manchen Nächten ist es echt unerträglich im Auto wenn alles geschlossen ist. Aber bei offenem Fenster kommen die Mücken rein und ich bin schon am ganzen Körper total zerstochen. Außerdem schwirren mir schon hier unzählige Fliegen um den Kopf. Ich dachte damit muss ich mich erst im Outback rumärgern. Dass sie mir in Nase und Ohren fliegen wollen, daran gewöhnt man sich schnell, aber die Drecksviecher lieben es dir in die Augen zu fliegen 😑
Und ein Fernglas wollte ich unbedingt haben. Wir haben jetzt schon mehrfach aufs Meer geschaut und waren uns nicht immer sicher ob es Wale sind die man weit draußen sieht oder nur Delfine bzw. Robben. 


Gerade habe ich noch Wäsche gewaschen und nun wird noch ein bisschen gelesen während ich mich in den Schlafsack kuschel. 
Für morgen ist gutes Wetter angesagt, mal sehen was wir da anstellen können. 
Und Donnerstag geht es für mich dann wieder alleine weiter!

Ich habe gerade ein Ticket gebucht um (mal wieder) in eine andere große Stadt zurückzureisen und mir dort ein Auto zu kaufen ;) 

Wow!