Eastcoast 

19.05.2017

The Entrance/ Newcastle, NSW
Neues vom Auto!! 
Nachdem der Wagen gestern und heute Stunden in der Werkstatt gestanden hat und wir den Tag bei McDonald's verbracht haben ( freies WLAN und Steckdosen) gibt es erfreuliche Nachrichten. 
Beanstandet wurde dass drei Reifen zu abgefahren sind und es irgendwo am Motor leckt. 
Heute nun:
Ich habe drei neue Reifen bekommen für nur 50$ das Stück. Mega günstig, beim Pajero habe ich 180$/ Stück bezahlt. 
Außerdem haben die Mechaniker den Motor gereinigt, das Leck gefunden und eine neue Dichtung eingesetzt. 
Damit habe ich alle Vorraussetzungen für den benötigten Blue Slip und konnte Wagen und Zertifikat mit "Nachhause" nehmen.   "Cash oder mit Karte" war die Frage des Mechanikers. "Cash wird's was günstiger und die Reparatur wird nicht billig also solltest du Cash zahlen und immerhin ein bisschen sparen." 
Da habe ich schon das schlimmste erwartet. Zu den 150$ für die Reifen kamen schließlich noch 400$ (eigentlich 465$) an Reparaturkosten.  
Trotzdem gut gelaunt ging es für mich als nächstes zum "Roads and Maritim Service NSW" Office. Diese findet man in den größeren Städten überall, z.b. Auch in Shoppingcentern. 
Nummer ziehen, die alten Nummernschilder abschrauben und dann beim freundlichen Beamten alles an Papieren abladen was ich dabei hatte. 
Nach 20 Minuten in denen man mir einen Account für New South Wales anlegte und weiteren 560$ für Umeldung, Steuern und Nummernschilder war auch das erledigt.  Und ich war wirklich erleichtert dass ich es endlich hinter mir habe. 

Hier ist es so, dass die Nummernschilder zum Auto gehören. Verkaufst du das Auto, bleiben die Nummernschilder dabei.  In meinem Fall brauchte ich neue weil ich den Wagen in einem anderen Staat zulassen wollte. D.h. Statt der bisherigen Nummernschilder aus Victoria habe ich schöne gelbe Schilder von NSW bekommen. 
Dasselbe gilt für die Steuern, die sogenannte Rego.  In Western Australia ist darin direkt eine Haftpflichtversicherung enthalten.  Hier musste ich diese separat abschließen. Die Steuern werden jedoch für 1 Jahr im Vorraus gezahlt, bei der Verlängerung kann man dann zwischen 3 und 12 Monaten auswählen. Verkauft man den Wagen bleibt die bezahlte Steuer bestehen, du erhältst als Verkäufer keine Rückerstattung.   
Für die Nummernschilder braucht man das Service Office nicht verlassen. Die haben Sie hier einfach im Regal liegen. 
Auch Verhängte Strafen und Bußgelder gehören in Australien zum Auto und wechseln den Besitzer. Bevor man also ein Auto kauft ist es sinnvoll zu checken ob der Vorbesitzer unbezahlte Strafen hat. Das kann man ganz leicht online machen, wie so vieles hier.  Alles in allem ein sehr gutes System finde ich. 

Das Wetter ist gerade wirklich nicht das beste und so war es nicht verkehrt den Tag mit organisatorischen Sachen zu füllen. Abends haben wie unter einer Plane die wir zwischen den Autos gespannt haben gekocht und erstaunlicherweise über die Politik in Europa diskutiert.  Wir sind uns einig dass wir uns nicht einig sind :) 

Für meine liebe Schwester,  er lebt noch ;) 


20.05.2017- 30.05.2017

Newcastle >> Byron Bay 

In den letzten Tagen bin ich von Newcastle knapp 500 km nach Norden gefahren. 

Unterwegs gab es stops in Nelson Bay, Port Macquarie, Coffs Harbour und Yamaha bis ich den Surfer und Hippie Ort Byron Bay erreicht habe. 

 

Mit meinen Travelmates bin ich auf kleine Inseln vor der Küste gewandert, wir haben uns Leuchttürme angeschaut und einige faule Tage an verschiedenen Stränden gemacht. 

In Port Stephens haben wir eine Delfin Tour gebucht und sind mit dem

Schiff in die Bucht rausgefahren wo wir tatsächlich wilde Delfine sehen konnten. 

Auch fängt hier gerade die Walsaison an, d.h. die Wale ziehen vom kalten Süden in den wärmeren Norden. 

An einem Tag haben wir uns früh morgens den Wecker gestellt und an einem Lookout für Walsichtungen den Sonnenaufgang genossen. Dazu haben wir es uns mit unseren Stühlen und Gaskochern gemütlich gemacht, immer wieder nach Walen Ausschau gehalten und warmen Kakao getrunken.  Leider hatten wir kein Glück und haben auf unserer Reise bisher noch keinen Wal gesehen. 

 

Als ich gestern aber in Byron Bay im Meer war habe ich mich ziemlich erschrocken als nur einen Meter von mir entfernt etwas ziemlich großes durchs Wasser schwamm. Ich dachte zuerst an einen Hai, wie es an der Westküste immer wieder vorkam. Doch es leben auch hier in der Bucht wilde Delfine.  So schwammen nur wenige Meter neben mir drei Delfine vorbei. Dazu die schönen großen Wellen, genau was ich mag ;) 

 

Zweimal sind wir auch von der Küste ins Landesinnere gefahren um im Regenwald einige Wanderungen zu machen. Bei einer Tour z.b. Zu einem Wasserfall hinter dem man herlaufen kann. 

Generell ist gerade eine sehr gute Zeit um die vielen Wasserfälle zu sehen. Die Regenzeit ist gerade vorbei und die Flüsse und Bäche sind gut gefüllt. 

 

Heute fahren wir ins Hippie Dorf  Nimbin, knapp 60 km von der Küste entfernt und nutzen bei dem nicht ganz so warmen Wetter das WLAN der nächsten Bibliothek. 

Hippie Dorf Nimbin

 

Das kleine Dorf Nimbin ist etwa 60 km von der Küste entfernt und gilt als absolutes Hippie Dorf. Man engagiert sich dort für die Legalisierung von Gras und das verlangen danach bemerkt man sofort.

Wir sind gerade auf den Parkplatz gefahren und ausgestiegen als wir das erste mal gefragt werden ob wir wüssten wo man am besten sein Gras kauft.

Ein paar Schritte weiter, auf der „Hauptstrasse“ fragt uns jeder zweite ob wir was brauchen; was zum Rauchen oder Cookies. „ Klopft mir auf die Schulter wenn ihr Cookies wollt“ sagt man uns beim betreten der Kunst Galerie. 

Zwar ist es auch hier der Konsum und Verkauf von Drogen verboten, jedoch scheint es geduldet zu werden. Überall riecht es nach Gras und die einheimischen sehen genauso aus wie ihr euch das gerade vorstellt. 

Trotz allem oder gerade deswegen ist es eine sehr gemütliche und entspannte Stimmung im Dorf. Einige kleine Läden voller Räucherstäbchen und Pfeifen reihen sich aneinander und nach 400 Metern hat man schon das andere Ende der Einkaufsstrasse erreicht.

 

Wir schlafen etwas ausserhalb auf dem Parkplatz eines Wasserfalls.

Zwei alte Campervans stehen bereits dort und der Besitzer des einen kommt heraus um uns zu begrüßen.  Wir unterhalten uns ein wenig und der etwa 70 Jährige Mann erzählt mir dass er sich hier nicht mehr wohlfühlt.  Zu viele Touristen kommen in die Stadt und das treibt die Preise nach oben. Ausserdem kontrolliert die Polizei die Touristen Busse.

Er will früh am nächsten morgen aufbrechen und sich eine Zeitlang etwa 400 km weiter niederlassen. Dort sei es ruhiger und die Unze Gras (28,3g) bekommt er dort schon für unter 300$.

Wenn das mal keine gute Begründung für einen „Umzug“ ist.

Springbrook Nationalpark Queensland

 

Als nächstes ging es für uns in den Springbrook Nationalpark wo wir einige Track durch den Regenwald gewandert sind und immer wieder Wasserfälle bestaunen konnten. Alles in allem war das eine nette Abwechslung zur Küste aber auch nicht besonders spektakulär. 

Erstaunlich wie sehr ich abstumpfe und die schöne Natur fast schon zur Selbstverständlichkeit wird.

Die Mädels kamen auf die tolle Idee dass es lustig wäre besondere Fotos mit Duschhaube auf dem Kopf zu machen...

Gold Coast/ Surfers Paradise

 

Ein krasser Kontrast dazu ist mit Sicherheit die Gold Coast. Die Region ist bekannt für ihren etwa 70 km langen Sandstrand mit den Hochhäusern mehrerer kleinerer Städte direkt dort hinter. 

Hier gibt es eine gute Mischung aus gemütlicher Strandpromenade und vielen Diskotheken und Bars.

Auch wir lassen uns eine Club Crawl Tour andrehen. An einem Abend durch 4 Clubs der Stadt Surfers Paradise mit freien Begrüssungsgetränken, Essen und Eintritt.

Leider fand zur selben Zeit auch ein Feuerwerk Contest statt. Also ab in den Club, das erste Freigetränk leeren und dann wieder raus zum Strand.  Das Feuerwerk war dann leider bei weitem nicht so spektakulär wie erwartet, dafür war der Abend aber sehr gelungen.

Surfers Paradise hat wirklich gute und individuelle Clubs. So stehen in einem zum Beispiel lauter grosse gemütliche Betten auf denen man liegen und feiern kann.

Ob's so kalt wird in der nächsten Zeit?! 

Brisbane

 

04.06.2017- 07.06.2017

 

Der nächste Stop ist dann schon Brisbane. 

Von der Hauptstadt Queenslands habe ich die verschiedensten Meinungen gehört also am besten selber einen Eindruck davon verschaffen.

Und wie so oft ist das die beste vorangehensweise. Nicht nur ich selber, auch die anderen drei sind positiv überrascht. 

Obwohl die Stadt über 2,3 Millionen Einwohner hat macht sie doch einen sehr ruhigen und gemütlichen Eindruck. Direkt am Brisbane River gelegen, mit vielen Parks und alten Gebäuden ist sie eine recht schöne Stadt.

Wir verbringen hier 4 Tage und schlafen auf dem Parkplatz eines Sportplatzes bzw. in den angrenzenden Wohnstraßen. 

Das schönste an der Stadt ist mit Sicherheit der grosse Badebereich direkt am Fluss.  Ein kostenloses Open Air Schwimmbad mit Parklandschaft, Spielplätzen und Public Garden. 

Aber auch ein bisschen Kultur darf hier nicht fehlen. Brisbane hat viele Galerien und Museen.

Wir schauen uns das Science Center an und überspringen dafür die Gallery of modern Art.

Glashouse Mountains

 

08.06.2017

 

Nachdem ich wieder etwas Stadtluft schnuppern durfte gehts auch direkt weiter in den nächsten Nationalpark. In den Glashouse Mountains wollen wir eine längere Wanderung auf einen Berggipfel machen, die wir jedoch abbrechen als wir die Strecke sehen. Die Wanderwege sind in 4 Klassen unterteilt. Dieser hier hat Stufe drei und es geht senkrecht eine Felswand hoch.

Trotz allem ist es ein schöner Tag in einer wunderschönen Natur.

Australia Zoo 

( ca. 1 Stunde nördlich von Brisbane)

 

09.06.2017

 

Als nächstes besuchten wir den Australia Zoo, Heimat des Crocodile Hunter Steve Irwin. Wer hat früher nicht gerne seine Show im Fernsehen geschaut. Überall sieht man Bilder von ihm und seiner Familie und natürlich liegt das Hauptaugenmerk auf den Krokodilen und Reptilien. 

Nebenbei haben wir aber auch die Möglichkeit mit Kängurus zu kuscheln oder uns die Tiger Show anzuschauen. 

Die 60$ Eintritt sind jedoch nicht wirklich gerechtfertigt, die Auswahl an Tieren ist vergleichsweise klein.

Noosa

 

10.06.2017

 

Nach einigen Stunden Fahrt erreichen wir am Abend Noosa. Mir persönlich gefällt die Stadt nicht. Zu viele Reiche und Möchtegern reiche die meinen Sie müssten sich selbst präsentieren.

Viele kleine Cafés deren Tische auf die Einkaufsstrasse voller Luxusläden ausgerichtet sind um die Passanten zu beobachten. 

Unser Schlafplatz in dem Ort ist eine dunkle Seitenstrasse im Industriegebiet. 

An der Ostküste gibt es nämlich erstaunlich wenige kostenlose Übernachtungsmöglichkeiten. Die Touristen sollen für alles zahlen; so werden z.b. Sportplätze als Campingplatz genutzt wo man für wirklich heruntergekommene Toiletten und Duschen eine Menge Geld zahlen soll. 

Wir übernachten meist in ruhigen Wohnstrassen oder auf sogenannten Day Use Areas wo das übernachten eigentlich verboten ist.  In den meisten Fällen kommt der Ranger oder die Polizei aber erst am morgen weswegen wir uns einen Wecker auf 6 Uhr stellen und den Platz rechtzeitig verlassen.  Immer wieder hört man aber auch dass Camper mitten in der Nacht von der Polizei geweckt und weggeschickt werden. Die Strafe beträgt wenn es nicht nur bei einer Verwarnung bleibt etwa 110$ pro Person, doch das Risiko ist relativ gering. 

Die Landschaft erinnert mittlerweile mehr an Bayern als an Australien. Grüne Wiesen, Berge und viele viele Kühe. Richtig nett anzuschauen.

Rainbow Beach/ Fraser Island

 

Nach Noosa geht es Richtung Rainbow Beach, Ausgangspunkt für die Überfahrt nach Fraser Island.

Auf der grössten Sandinsel der Welt wollen wir ein paar Tage verbringen, befahrbar ist Sie jedoch nur mit Geländewagen. Deswegen stelle ich meinen Kombi vor der Fähre ab und wechsle in den Pajero meiner Travelmates. 

In den 220$ die wir zahlen ist der Zutritt zu Insel und die 10 Minütigen Fährfahrt inbegriffen, doch es lohnt sich. 

Schon die letzten 100 meter bis zur Fähre bestehen aus einer reinen Sandpiste.

 

Auch auf der Insel angekommen geht es erstmal einige Kilometer durch tiefen Sand bevor wir den Strand erreichen. Den Campground den wir uns ausgesucht haben liegt am anderen Ende der Insel also haben wir erstmal 120 km Fahrt am Strand vor uns. Das Tempolimit beträgt 80 km/h, an risikoreichen Stellen nur 40 km/h. 

Auf dem letzten Campingplatz vor der Abfahrt haben wir einige Deutsche kennengelernt die dieselben Pläne haben wie wir und als wir nun an einem alten Schiffswrack am Strand halten sehen wir sie schon dort stehen.  Nachdem wir Lunch gemacht haben fahren wir zusammen weiter. 8 Leute in 2 Wagen und es macht direkt viel viel mehr Spass.  Es ist mittlerweile Nachmittag und der Strand ist nahezu Leer. Also können wir kreuz und quer fahren, uns Wettrennen liefern und sonstigen Mist machen. 

 

Am Campingplatz angekommen kommen noch zwei weitere Wagen von bekannten der anderen dazu und so sind wir beim Abendessen 14 Leute. Wir haben einen wirklich lustigen Abend in dieser grossen Gruppe.

Morgens trennen wir uns wieder, unsere zwei Wagen machen sich auf den Weg zu verschiedenen Süsswasser Seen auf der Insel. Um ins Land zu kommen müssen wir über grobe Sandpisten durch den Regenwald fahren. Für 7 km brauchen wir da schonmal eine halbe Stunde oder müssen bei zu grossen Wurzeln und Löchern mehrmals ansetzen um darüber hinwegzukommen.

 

Das Highlight der Insel ist mit Sicherheit Lake McKenzie. Der grösste Süßwasser See der Insel mit weissem Sandstrand und Kristallklarem Wasser. Obwohl täglich Regen vorhergesagt wurde haben wir verdammt viel Glück mit dem Wetter und die Sonne kommt immer wieder raus. 

Viel zu schnell müssen wir unseren Kram zusammenpacken und uns auf den Weg Richtung Fähre machen.  Mit etwas Glück erreichen wir dann gerade so die letzte Fähre die uns zurück ans Festland bringt.  Wir sammeln meinen und den Wagen zweier Mädels ein und verbringen einen letzten Abend als grosse Gruppe. 

Am nächsten Tag verlassen uns die Mädels und wir fahren zu sechst mit drei Wagen weiter.

Bundaberg

 

Doch schon in der nächsten größeren Stadt Bundaberg treffen wir uns mit einer bekannten von Daniela die aus demselben Dorf in Bayern kommt. Sie ist mit ihrem Freund unterwegs und schliesst sich unserer Gruppe an. 

Aus Bundaberg kommt ein in Australien sehr beliebter Rum. Leider bekommen wir es nicht mehr hin eine Führung durch die Destillerie zu buchen.

Nachdem wir die nötigen Dinge wie Wäsche waschen, einkaufen usw. erledigt haben machen wir uns also wieder mit 8 Leuten in 4 Fahrzeugen auf den weg Richtung Agnes Water und 1770.

Agnes Water/ Town of 1770

 

Tatsächlich gibt es hier eine Stadt die 1770 heisst. Viel gibt es nicht zu sehen dafür ist der Strand wirklich nett. Also legen wir mal wieder einen Strandtag ein, leihen uns zwei Surfboards und schauen wie lange wir auf dem Brett bleiben. Den Abend verbringen wir an einer der vielen öffentlichen BBQ Areas, kochen auf den kostenlosen Gasgrills und treffen beim gemütlichen Trinken danach noch einige Australier die gerade vom feiern zurückkommen.

Da es auch hier wieder keinen kostenfreien Übernachtungsplatz gibt fahren wir spät abends zu einem Aussichtspunkt an der äussersten Spitze der Landzunge und übernachten dort mit grandiosem Blick auf den Sternenhimmel. 

Wir möchten natürlich nicht vom Ranger erwischt werden und stellen uns einen Wecker auf 6 Uhr am morgen, pünktlich um noch ziemlich verschlafen den Sonnenaufgang überm Meer zu bewundern.

Das Foto ist nicht von mir selbst aufgenommen worden und es ist auch eher aus dem Outback aber selbst hier im Dorf sieht der Sternenhimmel nahezu so aus 

Rockhampton/ Mackay 

 

18.06.2017- 21.06.2017

 

Anschliessend geht es schon wieder weiter nach Rockhampton. 

Anders als im Ostback oder an der Westküste gibt es hier an der Ostküste viele kleinere Orte dicht hintereinander die nur einen kurzen Halt benötigen um alles wichtige gesehen zu haben.

Wir machen Lunch in einem grossen Park und spielen wie so oft mittlerweile eine Runde Volley Ball.  Zu unserer Überraschung tauchen plötzlich die 6 bekannten auf mit denen wir einen Abend auf Fraser Island verbracht haben.  Ein kurzes zusammensitzen und es geht wieder weiter.

 

Die längste bisher am Stück zurückgelegte Strecke an der Ostküste zwischen Rockhampton und Mackay; ganze 2 1/2 Stunden im Konvoi mit 4 Autos. Mir gefällt das und es ist ein sehr entspanntes fahren.

Mackay ist eine nette kleine Stadt. Das Stadtzentrum ist nahezu ausgestorben da es Sonntag ist und die vielen kleinen Geschäfte im Zentrum geschlossen haben.  Gut für uns denn so haben wir mehr Zeit die wir im kostenlosen öffentlichen Wasserpark verbringen.

Obwohl es mittlerweile Winter ist haben wir Temperaturen von etwa 24 Grad am Tag was meiner Meinung nach völlig ausreichend ist. Lediglich am Abend und in der Nacht wird es ziemlich kühl. Es sind zwar immer noch nur um die 14 Grad was sich jedoch durch die hohe Luftfeuchtigkeit wesentlich kälter anfühlt.

 

Um uns aufzuwärmen kaufen wir 2 Packungen Goon, die 5 Liter Kartons Wein, und mischen sie zusammen mit Orangen, Äpfeln und Trauben in der grossen Spülwanne. 

Wir stehen heute auf endlich mal wieder auf einem legalen kostenfreien Schlafplatz und können den Sangria geniessen und Trinkspiele spielen.

Ich bin froh die anderen getroffen zu haben und mit ihnen reisen zu können. Es läuft wirklich gut miteinander, wir sind ein gutes Team.

 

Der Alkohol war für mich bitter nötig. Kurz vor dem erreichen des Schlafplatzes habe ich beim wenden einen kleinen Baum übersehen der meine Heckklappe eingedrückt und die Heckscheibe zum Platzen gebracht hat.  Zwar bin ich wirklich langsam gefahren aber es war stockdunkel und der Wagen ist, vollgepackt mit all unserem Zeug, so unübersichtlich.

Nach einem Tag am Strand ging es damit für mich heute die 30 km zurück in die letzte Stadt während die anderen drei schon vorausgefahren sind und alles für unsere Whitsundays Tour vorbereiten. 

22.06.2017 - 20.07.2017

 

 

Es ist so viel passiert seit ich in Mackay meine Heckscheibe hab tauschen lassen. 

Vieles davon ist aus Deutscher Sicht besonders und aufregend, beim reisen allerdings nahezu zur Gewohnheit geworden. Daher entsteht das Gefühl dass es womöglich niemanden interessiert und ein Eintrag hier für „besondere“ Erlebnisse aufgehoben werden sollte. Völliger Schwachsinn wahrscheinlich. 

 

Als nächstes fuhr ich also nach Airlie Beach wo ich die anderen wiedertraf. Wie so oft auf meiner Reise hatten wir auch da wieder das perfekte Timing; Ich fuhr gerade auf der Hauptstrasse in die Stadt rein als die anderen zwei Wagen vor mir um die Ecke bogen, mich einfädeln liessen und wir zusammen zum Strand fuhren.

Von Airlie Beach aus starten die Touren zu den Whitsundays.  Nach langen Diskussionen entschlossen wir uns dazu keine mehrtägige Tour sondern „nur“ eine Tagestour zu buchen.  Aufgrund des schweren Sturms vor einigen Monaten können viele Punkte, vor allem schöne Buchten oder Schnorchel Spots nicht mehr angefahren werden. Deswegen bekamen wir die Tour zum halben Preis angeboten, zusätzlich dazu konnten unsere Mädels noch einen ordentlichen Rabatt aushandeln.

 

Nach einer Nacht auf einem kostenpflichtigen Campingplatz und damit verbunden endlich mal wieder einer heissen Dusche ging es am nächsten morgen Richtung Hafen.

Auf einem grossen Katamaran, der Lila und dadurch nicht wirklich schön war, ging es raus zu den Inseln.  Es war eine tolle Tour,  sogar das Wetter spielte mit. Anfangs noch Grau und bewölkt kam später sogar die Sonne raus und liess das Wasser Grünlich leuchten.  

Angenehm war dass es eine recht kleine Gruppe auf dem Boot war, es war nicht überlaufen sondern ziemlich gemütlich und ruhig.  Sogar Essen, Bier und Wein gab es für uns :)

Zuerst wurden wir auf der Rückseite einer Insel abgesetzt von wo aus wir zu zwei Aussichtspunkten wanderten. Dort entstand auch das typische Foto der Whitsundays, mit den weissen Stränden und dem Türkisen Meer.

Anschliessend fuhren wir zum Whitehaven Beach wo wir zwei Stunden zur freien Verfügung hatten.  Es ist ein schöner langer und vor allem, wie der Name es erahnen lässt, sehr weisser Sandstrand. Dazu das Kristallklare Wasser, ein wirklich schöner Ort. 

Etwa 270 km weiter nördlich liegt Townsville. Mit Magnetic Island direkt vor der Küste und Castle Hill mitten in der Stadt ist Townsville auf jeden Fall einen Besuch wert. 

Mittlerweile waren wir auch wieder vollzählig;  Anna und Sarah, die uns vorher verlassen hatten um ihren Camper in Cairns abzugeben sind mit dem Bus wieder runtergefahren und zu uns gestoßen.

Die Wanderung hoch zum Gipfel des Berges war schon ziemlich anstrengend, aber es hat sich gelohnt. Genau richtig zum Sonnenuntergang erreichten wir die Bergspitze und hatten einen wunderschönen Ausblick über die Stadt, das Meer, die Insel und das Umland.  Besonders nach Sonnenuntergang als man bis weit in die Ferne die flimmernden Lichter der Stadt sah hat es mir angetan. 

 

Am nächsten Tag setzten wir mit der Fähre nach Magnetich Island über.  Uns angeschlossen hatten sich zwei Jungs die wir im Verlauf der Reise bis hoch nach Cairns alle paar Tage auf Campingplätzen wiedertreffend sollten.

Auf der Insel kann man alles sehenswerte wunderbar mit dem Bus erreichen. Es gibt wild lebende Kängurus, schöne Strände und altes Schiffswrack zu sehen. 

In einer Bucht spazierten wir über einen kleinen Markt und tranken anschliessend ein paar Bier in einem Pub mit Blick über den Markt und das Meer mit all den vor Anker liegenden Booten. 

Danach sollte die Wanderung zum Schiffswrack folgen, was man nur bei Ebbe zu sehen bekommt.  Dazu mussten wir leider durch wirklich ekligen Matsch waten bzw. nachher durch knöcheltiefes Wasser. Auf welche Tiere wir dabei alles getreten sind will ich besser gar nicht wissen.  Als wir jedoch wieder den Strand erreichten erfuhren wir von einem Einheimischen dass wir ziemlich leichtsinnig gehandelt haben. Überall sollten grosse Schlammkrabben und sogar Krokodile auf der lauer liegen.  Für die Warnung war es da ein bisschen spät.

 

Etwas oberhalb von Townsville liegen die Wallaman Falls, mit einer Fallhöhe von 268 Metern die höchsten Wasserfälle Australiens.  Natürlich gab es auch hier wieder einen wunderbar langen, steilen Weg hinab zum Grund der Schlucht. Nach einigen Stunden wandern und zig Fotos am Becken des Wasserfalls kam ich total verschwitzt wieder oben an. 

 

In Mission Beach wollten ein Paar Leute aus der Gruppe ihren Fallschirm Sprung machen weil man hier direkt am Strand landet. Leider war es zu bewölkt und so verschoben wir das erst einmal auf später.

Stattdessen machten wir einen ausgiebigen Spaziergang am Strand entlang und sammelten Kokosnüsse die wir zurück am Auto aufknackten.

 

Ein wenig weiter im Land liegend befindet sich Paronella Park. Ursprünglich von seinem Erbauer als eine Art Freizeitpark für seine grosse Liebe gedacht ist es mittlerweile eher ein verwunschener Märchenpark.  Teilweise eingefallene Gebäude die teilweise vom Regenwald zugewuchert sind sowie kleine und grössere Wasserfälle hat der Park zu bieten.  

Wir nahmen an der letzten Führung des Abends teil, erhielten Taschenlampen und spazierten so durch den dunklen Regenwald. Über den schwach beleuchteten Weg der Liebe hin zu zwei nett angeleuchteten Wasserfällen. Anschliessend zu der Ruine des Haupthauses wo uns eine kleine Licht- und Musik Show geboten wurde.  Danach durften wir noch alleine durch den Park streifen bevor wir auf dem Rastplatz direkt vor dem Park übernachteten. 

Am nächsten morgen schauten wir uns alles nochmal bei Tageslicht an und erfuhren auch mehr über die Geschichte des Parks und seines Erbauers.   Nachdem die Mädels endlich mit ihrem Fotoshootings fertig waren, für dass sie sich extra schick herausgeputzt hatten, konnten wir weiter. Auf dem Weg nach Cairns gibt es unzählige kleine und große Wasserfälle zu sehen. Nach dem gefühlt zehnten Wasserfall haben sie dann leider etwas an Reiz verloren. 

In Cairns angekommen sind wir dafür erstmal Lasertag spielen gegangen.  Ein gutes Angebot für mehrere Sessions am Tag machte es wirklich bezahlbar. Dazu kamen auch die zwei Jungs wieder dazu und wir hatten doch eine Menge Spass, würde ich meinen. 

 

Weil das Wetter für Touren zum Great Barrier Reef leider noch immer zu schlecht war entschieden wir uns dazu noch etwas weiter nach Norden zu fahren. Port Douglas übersprangen wir anfangs zunächst nahezu und heizten noch am Abend die knapp 270 km nach Cooktown hoch.

Ich muss sagen; die Tour hat sich wirklich gelohnt :P 

In Cooktown gibt es ausser einer ganz netten Aussichtsplattform und einer Statue von Captain Cook nicht viel zu sehen.  Dafür durften Emma und die Mädels das Info Center mit ihrem Klavierspiel und Gesang unterhalten. Besonders beim Klavierstück zum Titelsong von Titanic, als eine Mitarbeiterin auf der anderen Seite des Ladens mit einer wirklich schönen Stimme mit einstimmte war das ein sehr schöner Moment. 

Ursprünglich hatten wir geplant von Cooktown aus zum Cape Tribulation im Daintree Rainforest zu fahren. Davon wurde uns jedoch abgeraten. Die Strecke sei eine reine und harte Offroad Strecke und es wären erst vor kurzem Leute beim befahren umgekommen. 

So mussten wir die komplette Strecke wieder zurückfahren und stattdessen von Port Douglas aus hinauffahren.

Es ging also 90 km durch den Regenwald zum Cape. Das Wetter spielte leider nicht ganz so mit und es fing immer wieder mal an zu regnen während wir mehrere kurze Bushwalks machten.

Das Highlight war aber definitiv die Besteigung des Mount Sorrow. Angepeilt wurden 4-5 Stunden die wir doch locker unterboten. Jedoch war der „Weg“ durch den Regen total aufgeweicht und matschig. Wir quälten uns also durch Büsche und rutschige Hänge und ich war nicht alleine damit mehr als einmal auszurutschen.  Unsere Klamotten sahen am Ende natürlich dementsprechend aus und wurden vorsorglich direkt in Plastiktüten verstaut. 

 

Und wofür das alles; für die atemberaubende Aussicht jedenfalls nicht. Als wir nach Stundenlangem klettern endlich den Gipfel erreicht hatten sah man… Weiss. Wir waren in den Wolken und man sah rundherum überhaupt nichts. Lediglich in einem kurzen Moment rissen die Wolken auf und wir konnten einen Blick auf die Bucht erhaschen; für ganze 5 Sekunden.  Ungemütlich wurde es ausserdem noch dadurch dass wir oben angekommen überall kleine Blutegel hängen hatten.   Also schnell wieder runter vom Berg und zurück Richtung Großstadt.

Auf dem Weg unternahmen wir noch eine einstündige Krokodil Tour mit einem reinen Solarboot. Nachdem ich ja schon einige Krokodile in Zoos gesehen hatte war es schön diesmal freilebende zu Gesicht zu bekommen. 

Ausserdem nahm ich mir diesmal die Zeit mich in Port Douglas umzuschauen und was soll ich sagen; es ist eine nette kleinere Stadt am Meer. Nicht mehr und nicht weniger.   Nach einem ausgezeichneten Milchshake ging es also wieder zurück Richtung Cairns, dem Endziel unserer Ostküsten Tour.

Wir verbrachten erst einmal einen Tag am künstlich angelegten Badebereich in der Innenstadt.  Das Meer sollten man hier oben nicht mehr betreten, es wimmelt angeblich vor Quallen und den gefährlichen Salzwasser Krokodilen. 

Jedenfalls hatten wir nun super Wetter und sowohl die zwei Mädels die wir alle paar Tage auf verschiedenen Campingplätzen wiedergetroffen haben wie auch die zwei Jungs bei denen es so war, lagen mit uns in der Sonne. 

 

Für den nächsten Tag hatten wir eine Tour zum Outer Great Barrier Reef gebucht und hatten ideales Badewetter. Wir fuhren fast zwei Stunden aufs Riff hinaus bevor wir mit Neoprenanzug und Schnorchel ausgesetzt wurden.

Nachdem ich ja schon die Schnorchel- Tour am Ningaloo Reef gemacht hatte, hatte ich keine grossen Erwartungen mehr. Ich muss sagen es war hier am Great Barrier Reef schon ein klein wenig schöner zu schnorcheln, die Korallen waren etwas Farbenprächtiger und es schwamm sogar mal ein etwa 1,5 meter langer Hai vorbei.  Leider leider habe ich aber auch diesmal keine grosse Meeresschildkröte sehen können, das kommt dann irgendwo anders ;)

Damit war die gemeinsame Zeit in unserer 9er Gruppe dann auch schon wieder zu Ende und am Rastplatz ausserhalb der Stadt verabschiedeten wir uns von den ersten zweien.  

 

Die anderen und ich fuhren wieder runter nach Mission Beach weil einige dort ihren Fallschirmsprung machen wollten. Das Wetter war diesmal ideal, es waren kaum Wolken am Himmel und dementsprechend schön muss die Aussicht gewesen sein. 

Während die vier also nach oben gebracht und rausgeschmissen wurden warteten drei von uns am Strand um deren Landung zu filmen.  Die Vier waren natürlich voller Adrenalin und nach einer kleinen Beruhigungsphase mussten wir uns von den nächsten zweien verabschieden.

Für 4 Leute und mich stand noch eine kleinere Tour an. Wir hatten uns dazu entschlossen Vin und Franzi, zwei Travelmates die uns in Townsville verlassen haben um auf einer Farm zu arbeiten, zu besuchen.  Ich kam dabei als Überraschung mit, die zwei wussten nur von der Vierergruppe.

Davon abgesehen dass es eine total bekloppte Idee war rund 1100 km (one way) für einen Abend zu fahren, hatten wir ein par schöne Stunden mit den zweien. Es gab frisch gemachte Spätzle mit Steak!

Am nächsten Morgen musste ich mich dann auch von den letzten Vier Leuten unsere Gruppe verabschieden, sie fuhren zurück Richtung Brisbane. Ich blieb im Ostback zurück, noch unsicher wie es weitergehen sollte. Also genoss ich nach fast Zwei Monaten reisen in der Gruppe erstmal die Einsamkeit und Ruhe.  

 

Die Entscheidung wie es weitergehen sollte fiel erst am nächsten Tag, es sollte wieder(mal) zurück nach Sydney gehen von wo aus ich mit einem Travelmate von der Westküste nach Tasmanian reisen wollte. Das hiess für mich; über 2000 km durchs Ostback fahren. 

Mit viel neuer Musik und noch mehr Hörbüchern war das in 3 Tagen zu schaffen.  Ich muss sagen; so viele Tiere wie auf dieser Strecke habe ich noch nicht gesehen. Während ich an einem Tag 800 km fuhr  sah ich mindestens 200 Kängurus, locker 100 Emus und zig Schafe, Ziegen und Kühe an der Strasse stehen.  Das setzte zwar voraus wachsam zu bleiben, war aber weit weniger schlimm als ich befürchtet hatte. Die Tiere waren völlig Angstfrei und interessierten sich gar nicht für die vorbeifahrenden Fahrzeuge. 

Dass ich auf einem längeren Stück aber gleich zwei nahezu Platte Reifen hatte war dagegen gar nicht lustig. Vor allem wenn man das Schild „ Keine Tankstelle für 260 km“ sieht.  Es musste die nächsten 100 km auch so gehen bis ich einen Farmer fand der mir mit seinem Kompressor aushalf. 

 

Nun sitze ich also wieder in Sydney. Eine gefühlte Ewigkeit ist es her seit ich die Stadt Richtung Cairns verlassen habe. ABER; es ist wie nachhause kommen, ich bin froh zurück zu sein.

Ich habe auch schon wieder nette Leute kennengelernt und überlege was man auf Tasmanien gesehen haben muss.  Leider hat Carina nur etwa eine Woche Zeit und die Flüge sind gerade ziemlich Teuer. 

Dafür habe ich vorhin die Nachricht bekommen dass zwei Mädels aus der Vierergruppe für einen Zwischenstopp auf dem Weg nach Sydney sind. Was für ein unerwartetes aber schönes Wiedersehen.  Man sieht sich eben immer zweimal im Leben ;)