Ich sehe gerade dass ich anscheinend doch länger nicht mehr geschrieben habe als gedacht. 

1-2 lustige Tage bzw. Ausflüge in der nähe von Adelaide fehlen noch.

Ich war im German Village. Interessanterweise wird dort nicht so genau zwischen zwischen Deutschen,  Schweizer, Niederländischen oder gar Russischen Waren unterschieden.  ABER, ich hätte meinen Zitronentee kaufen können der mir so fehlt. Zwar nicht genau die Marke die ich trinke und auch nur für lächerliche 20 $ die Packung ;)

UND Ich habe einige Stunden im Cleland Wildlife Park verbracht und das war richtig cool.

Ich konnte mit Kängurus kuscheln, Koalas und Dingos sehen und viele tolle Bilder machen.  

Ach ja, Jenny,  für das halten eines Koalas wollten die 45 $ haben. Das war mir dann doch zu teuer also habe ich darauf verzichtet.


Nach längerer Zeit...

Nach dem kurzen Video gibt es dann auch mal wieder was zu lesen. Man hat sich schon bei mir beschwert ;)

 

 Ich habe mich also in Adelaide wieder in den Nachtbus gesetzt und bin zurück nach Melbourne gefahren wo ich mir 2-3 Wagen anschauen sollte. 

Leider wurde ein Angebot dann vorher doch noch zurückgezogen und ich musste mit den anderen beiden vorlieb nehmen.

Letztendlich habe ich mich für einen Mitsubishi Pajero mit eingebautem Bett entschieden. Der Wagen ist schon was älter aber lässt sich super fahren und es wurde in letzter Zeit einiges daran gemacht.

Obwohl ich eine Nacht im Hostel reserviert hatte, wollte ich so schnell wie möglich weiter und aus Melbourne raus. Der Plan war mich oberhalb von Adelaide mit zwei anderen Wagen zu treffen und im Konvoi nach Alice Springs und zum Ayers Rock zu fahren. 

Ich habe die Reservierung also storniert, vollgetankt und los gings!

Vor mir lagen rund 1100 km. Ich bin zwei Tage durchgefahren und die Fahrt war wirklich angenehm und ging super schnell rum. Als ich erstmal aus der Stadt raus war, wurde es schnell immer ländlicher und ruhiger.

Etwas skeptisch war ich schon, mit so einem alten Wagen durch diese relativ verlassene Gegend zu fahren aber es gab überhaupt keine Probleme.  

Glücklicherweise habe ich auch eine stabile Bullbar am Wagen montiert, die brauchte ich später noch.

 

Problematisch war einzig dass weder die anderen noch ich Handyempfang hatten und ich nur eine ungefähre Ortsangabe vom Vortag hatte.  Kurz bevor ich den Ort erreichte, ich war seit 9 Stunden unterwegs und es wurde langsam dunkel, sprang plötzlich ein Känguru aus dem Gebüsch auf die Strasse. Genau auf meine Fahrbahn. 

Es hat mich noch gesehen und ist weggehüpft, nur leider nicht seitwärts von der Strasse runter sondern vorwärts immer noch auf meiner Fahrspur und schon war es unter meinem Auto verschwunden. Zum Ausweichen war überhaupt keine Zeit gewesen und ich spürte nur noch zweimal ein leichtes holpern. 

Total erschrocken hielt ich an, drehte um und wollte schauen ob ich das Känguru finde.   Wäre es tot hätte ich es von der Strasse räumen müssen, wäre es nur verletzt hätte ich es wohl beenden müssen damit es nicht weiter leidet.  Erstaunlicherweise habe ich es weder auf der Strasse noch im Gebüsch daneben gefunden.  

Nach 10 minütiger Suche habe ich es aufgegeben und bin weitergefahren.   Zum Glück hatte ich die Bullbar. Es war ein recht grosses Känguru und mein Auto würde nun ganz anders aussehen.   Dazu kommt dass viele Unfälle mit Kängurus im Sprung passieren, das Tier also auf höhe der Windschutzscheibe ist. 

 

Als ich den Ort schliesslich erreicht, den die anderen an diesem Tag auch ansteuern wollten, habe ich die zwei Campingplätze abgefahren und geschaut ob ich Sie finde. 

Als ich dort erfolglos war, waren die freien Rest Areas ausserhalb der Stadt dran. Dafür musste ich mich entscheiden ob ich links oder rechts am Nationalpark vorbeifahren musste.  Ich entschied mich für die Seite, die meiner Meinung nach mehr Sinn machte und fuhr die drei Rest Areas ab.  Als ich auch am letzten Rastplatz keine Spur von den anderen gefunden hatte, wollte ich aufgeben und erstmal parken und alles zum schlafen vorbereiten. 

Vorher war ich aber neugierig geworden wie es hinter einem kleinen Hügel am ende des Rastplatzes weitergeht.  Als ich dort hochfuhr, stand ich plötzlich vor den anderen die gerade ein Lagerfeuer angezündet hatten. Echt ein lustiger Zufall :)   Nachdem wir uns alle vorgestellt hatten und mir netterweise ein Bier angeboten wurde, gabs ein Lecker Abendessen am Feuer und den ersten wirklich geilen Sternenhimmel den ich in Australien sehen durfte. 

So viele Sterne habe ich noch nie gesehen. Ein älterer Mann aus Neuseeland der etwas später zum schlafen hielt und sich zu uns gesellte, erkläre uns den Sternenhimmel und so erfuhr ich auch dass es auf der Südhalbkugel zwei Milchstrassen gibt. Insgesamt war es mal wieder ein netter Abend.

 

 

Am nächsten Tag fuhren wir vier in unseren drei Autos erstmal zum Flinders Range Nationalpark wo wir einige Stunden gewandert sind. 

Die nächsten Tage saß ich viel im Wagen, die Distanzen hier sind einfach der Hammer. Als wir an einem Salzsee vorbeikamen, wo wir einige Fotos machen wollten, fuhr ich gerade vorne.  Ich kannte Salzseen bisher nur aus dem Fernsehen und hatte immer wieder gesehen dass dort Hochgeschwindigkeits-Rennen gefahren werden.  Ich dachte mir also ich könnte locker darauf rumfahren und gab Gas.  Leider habe ich mich geirrt und bin nach einigen hundert Metern bis zur Türe im Schlamm versunken.  

Um mich dort wieder rauszubekommen haben wir schätzungsweise anderthalb Stunden gebraucht. Erstmal ging gar nichts mehr, weder vor noch zurück.  Also mussten wir den Schlamm wegschaufeln, den Luftdruck der Reifen verringern und mithilfe eines Seils versuchen mich hinauszuziehen ohne dass die anderen sich festfahren. 

Nach etlichen versuchen und hat es endlich geklappt und ich konnte nach und nach rausgezogen werden.  Sowas passiert mir nie wieder! Die anderen fanden es natürlich lustig, zum Glück. Vorwürfe von deren Seite hätte ich gerade überhaupt nicht gebrauchen können. Wir sahen aus wie Sau aber eine Dusche gab es erst wieder in 2-3 Tagen.  Also den Schlamm so gut es geht abwischen, trocknen lassen und wieder rein ins Auto. Die nächsten Kilometer fuhren wir im Schleichtempo, mit 40 km/h. Mehr war wegen des geringen Luftdrucks der Reifen auf dieser Schotterpiste nicht vertretbar.

Übernachtet haben an diesem Abend an einem alten Weichen Gebäude der Eisenbahn. Und es war Outback Pur, so wie ich mir das vorgestellt habe.  Weit und breit kein Gebäude, kein Baum, nicht ein grösserer Busch, so weit das Auge reicht.   Was es nur schwierig machte einen Busch zu finden hinter dem vor allem die Frauen unter uns verschwinden konnten.

Und diese Fliegen... Ich hatte schon vorher davon gehört und gelesen aber wie nervig die Fliegen hier sind habe ich erst in diesen Tagen erfahren. Ständig hast du 20,30,40 Fliegen um dich rum. Und alle wollen in deine Augen, Nasen oder Ohren krabbeln. 

 

Weiter gings auf der holprigen Schotterpiste, vorbei an "Dörfern" die aus einem einzigen Haus bestehen. 

Ärgerlicherweise habe ich mir au diesem Stück auch zwei dicke Steinschläge eingefangen wovon einer sich schnell immer weiter ausbreitete.  Aber ich war mitten im Nirgendwo also gings weiter, nur etwas langsamer und mit grösserem Abstand als zuvor.

In Coober Pedy angekommen erklärte man mir im Auto Shop ich solle Klebeband auf den Riss kleben, dann dürfte nichts mehr passieren.  Und so fahre ich nun seit einigen Tausend Kilometern mit geklebter Scheibe durch die Gegend, was den Riss allerdings nicht davon abgehalten hat sich doch noch weiter auszubreiten.

Danach schauten wir uns erstmal die Stadt an, besichtigten eine Höhlenwohnung die es dort so oft gibt.  Aufgrund der Hitze gruben oder sprengten sich viele Leute grosse Löcher und höhlen in den Fels und richteten sich dort ihre Wohnungen ein.  Schon ziemlich gewöhnungsbedürftig.  Ebenso die in den Fels gehauenen Kirchen.

Nach zwei Tagen in der Stadt und drumherum ging es weiter. Wir schauten uns den Dog Fence an, den längsten Zaun der Welt.  über 5000 km führt der durch Australien um die Dingos von den Rinderfarmen fernzuhalten.

Am Abend wurde ausnahmsweise kein Wein getrunken. Im Aborigine Land wird kein günstiger Alkohol verkauft. Zu gross ist die Wahrscheinlichkeit dass die vielen Arbeitslosen Aborigines, die man überall am Strassenrand sitzen sieht, sich noch mehr betrinken als ohnehin schon. 

Dafür gab es jeden Abend ein grosses Lagerfeuer und sogar nen "Frsiörbesuch".  Nur beim Feuerholz sammeln muss man etwas aufpassen. Dort sitzen ziemlich dicke Spinnen in den Büschen und wir waren uns nicht ganz sicher ob diese giftig sind oder nicht. Nicht giftig aber trotzdem sehr schmerzhaft wäre auch der Biss der wirklich grossen Ameisen gewesen die man immer wieder findet. Diese sind teilweise so gross wie ein halber Finger und der Biss ist unglaublich schmerzhaft.

 

Über Alice Spings, eine Stadt die zwar vergleichsweise gross, jedoch ziemlich ruhig und gemütlich war, ging es weiter durch den MacDonald Nationalpark. Wir wollten nicht den direkten Weg über den Highway nehmen sondern in einigen Bögen durch den Nationalpark und den Kings Canyon fahren.  

Wir sind wirklich viel gewandert, was bei der Hitze von teilweise 39 grad nicht sehr angenehm war. Dafür verbrachten wir auch ein paar Tage an wirklich tollen Wasserlöchern in den Schluchten der Canyons. Das kühle Wasser war bei dem Wetter einfach eine super Abkühlung.

 

Als besonderheit auf dem Weg gab es neben dem einfach Weg auch einen 90 km langen Offroad Track. Ich war erst skeptisch ob meine gebrochene Scheibe das mitmachen würde und wollte aussenrum fahren, die anderen beiden später wiedertreffen. 

Dann dachte ich mir jedoch, scheiss drauf, ich muss die Scheibe eh irgendwann austauschen lassen und so sind wir zu dritt losgefahren. 

Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht dass drei so alte Geländewagen, teilweise 22 Jahre alt und alle zwischen 250.000- 300.000 km auf dem Tacho, das alles durchstehen.  Aber ausser das einer der Wagen sich im weichen Sand festgefahren hat und ich ihn rausziehen musste, lief alles super.  Es ging durch ausgetrocknete Flussbetten, durch Wasserlöcher und über wirklich fette Felsen hinweg. 

Für die 90 km haben wir rund 6 Stunden gebraucht aber es hat Mega Spass gemacht. Auch wenn mir mein Auto zwischendurch so Leid tat :)

 

Am Kings Canyon angekommen, immerhin ein "kleiner" Umweg von 200 km, machten wir wieder eine 4 Stündige Wanderung.  Belohnt wurden wir jedoch mit tollen Aussichten von den Klippen. In Deutschland unvorstellbar kilometerlang ungesichert an der Abbruchkante entlangzulaufen.

 

Es wurde vorher geschätzt dass wir vielleicht 4- 7 Tage brauchen um den Uluru zu erreichen. Daraus wurden 14 Tage die wir zusammen unterwegs waren. 

 

Also endlich am Ayers Rock angekommen wurde auch dort wieder umherspaziert, die grosse Tour aussenrum erledigten wir aber lieber mit dem Auto. So war er ja auch viel besser zu erkennen ;)

Alles in allem war es dort anders als ich es mir vorgestellt hatte.  Es gab viele viele Bäume und Büsche, alles war grün.  In meiner Vorstellung ist weit und breit nichts und dann der grosse rote Fels gewesen. Aber auch so war es wirklich nett anzuschauen und wieder ein Punkt auf der Liste den ich abhaken kann.   Leider war es auch, wie nicht anders zu erwarten war, sehr touristisch.  Um in den Nationalpark reinzukommen in dem der Ayers Rock wie auch die Kata Tjuta ( eine andere grosse bekannte Felsengruppe in der nähe) stehen, wollte man 25$ pro Person haben.  Ich hatte Glück und habe am Abend vorher zwei Eintrittskarten geschenkt bekommen. Beim Besuch des letzten Roadhouses vor dem Park wurden wir beim Tanken von einer netten Deutschen Backpackerin bedient, die mir die Karten schenkte nachdem wir uns länger unterhalten hatten. 

Auch das Ayers Rock Resort mit Shopping Center, grossem Hotel etc. war nicht ganz mein Fall.  

Dafür war unser Schlafplatz einfach Toll.  Etwa 30 km vom Uluru entfernt gibt es einen grossen kostenlosen Rastplatz. Man kann auf grossen roten Sanddünen sein Auto abstellen und die Nacht verbringen. 

Erst beim zweiten Versuch schafften wir es überhaupt durch den losen Sand auf die Düne hinauf aber die Aussicht war unbezahlbar. Aus dem Bett heraus den Sonnenuntergang bzw. Sonnenaufgang überm Ayers Rock zu sehen hat schon was.

Blöd ist nur wenn jemand den kleinen Speicherkarten Halter vom Handy im Sand verliert. Dann fangen plötzlich drei Leute an den Sand mit Nudelsieben zu durchsuchen :)

 

Nach zwei Tagen am Uluru trennten sich die Wege unserer kleinen Gruppe wieder.  Ich musste mir überlegen wo ich als nächstes hinwollte. Ich brauchte eine Adresse da mir etwas aus Sydney nachgeschickt werden sollte.  

Zurück nach Adelaide wie der eine Wagen vorhatte wollte ich nicht. Also entschied ich mich dazu Richtung Westküste, nach Perth zu fahren. Zum Glück noch mit dem anderen Wagen, der dasselbe Ziel hat.  Da es immer noch eine Strecke von etwa 3000 km ist,  gefällt mir der Gedanke schon besser nicht alleine mit meinem alten Wagen unterwegs  zu sein. Es kann ja immer mal was schiefgehen und ein wenig unterhaltung am Lagerfeuer kann auch nicht schaden.

 

Jetzt sitze ich in der Bibliothek von Kalgorlie, 1500 km vom Ayers Rock entfernt und immer noch etwa 400 km von der Küste und schreibe meinen Text. 

Gerade war ich noch 3 Stunden im Schwimmbad um mich bei 39 Grad Aussentemperatur abzukühlen und um die Zeit bis die Bibliothek öffnet zu überbrücken.  

Heute Abend geht es dann weiter Richtung Südküste wo ich in einem Bogen um die äussere Spitze nach Perth fahren werde. 

Da ich diese viele Tausend Kilometer entlang de Westküste nicht alleine fahren möchte und auch um die Kosten zu teilen bin ich schon auf der Suche nach einer Reisebegleitung. Und war sogar schon erfolgreich, wie es aussieht.

Die Tour durchs Outback, vor allem alleine im Wagen, war verdammt teuer. Alleine beim Benzin bezahlte ich teilweise bis zu 1$ / Liter mehr als in der Stadt.  Bei meinem 80 Liter Tank und den extrem langen Wegen und damit häufigen Tankstopps keine günstige Angelegenheit.  Trotzdem eine coole Erfahrung wenn du an einer Strasse entlang fährst und nur alle 300-400 km ein Roadhouse steht. Dazwischen kein Dorf, nicht einmal ein Haus, einfach nichts.